© Zürich Polarity 2024

NARM: Therapie bei frühem Bindungstrauma,

Beziehungstrauma und Entwicklungstrauma

In Kürze:

Verbindung ist unsere tiefste Sehnsucht und grösste Furcht Trauma bedeutet Verletzung. Entwicklungstraumata sind unverarbeitete Verletzungen aus der Kindheit, sehr oft unbewusst, die bis heute belastend nachwirken. In erster Linie ist hier von psychischen, seelischen Verletzungen die Rede. Frühe traumatische Erfahrungen, wie sie die meisten von uns in kleinerem oder auch grösserem Umfang erlebt haben, beeinträchtigen un- sere Fähigkeit, mit uns selbst und anderen wirklich in Kontakt zu sein. So wird unsere Leben- digkeit eingeschränkt, worauf die meisten psychologischen und viele körperliche Probleme beruhen. Wann ist NARM interessant für mich? Überlebensstile NARM-Therapie ist wertvoll, wenn eine oder mehre der fünf Kernressourcen (siehe rechts) teilweise beeinträchtigt ist und der Wunsch besteht, etwas daran zu ändern. Das kann Formen annehmen wie im Folgenden skizziert, ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Das sind die fünf Überlebensstile, die den fünf Grundbedürftnissen zugeordnet sind: 1. Kontaktverlust zu den eigenen Emotionen und zum eigenen Körper. Rein intellektuell (wahlweise spirituell) und oft stolz darauf. Kaum etwas fühlen und spüren, denn das macht Angst. Schwierigkeiten im Kontakt mit anderen. Gefühl, nicht dazuzugehören bis hin zu Zweifeln an der eigenen Existenzberechtigung. 2. Die eigenen Bedürfnisse nicht kennen/wahrnehmen oder meinen, es nicht zu verdienen, dass sie erfüllt werden. Stolz, wenig zu brauchen, aber gebraucht zu werden. Oder stets bedürftig, nichts vermag die Bedürftnisse zu stillen, wobei man sich leer fühlt (kann mit Sucht, Suchtverhalten, Abhängigkeit zusammenhängen). 3. Glauben, sich auf niemanden verlassen zu können ausser sich selbst. Sich klein, hilflos, benutzt, verraten fühlen. Vielleicht zur Kompensation andere klein machen, benutzen, verraten, entweder verführend oder brachial. 4. Sich belastet und unter Druck fühlen, nicht klar nein sagen können. Brav, Angst zu enttäu- schen und stolz darauf, wie viel man ertragen kann. Oder Rebell bzw. heimliche Freude daran, zu enttäuschen (auch passiv-aggressiv). Wut nicht zulassen oder destruktiv aus- agieren. 5. Probleme, Herz und Sexualität zu integrieren. Manchmal übersexuell oder prüde. Selbst- wertgefühl basiert auf Aussehen oder Leistung, daher oft endlose Selbstoptimierung.
Zürich           Polarity

Mehr: NARM steht für Neuro Affective Relational Model™

(Neuroaffektives Beziehungsmodell) [1]

Entwicklungstrauma heilen nach Dr. Laurence (Larry) Heller

Fünf organisierende Grundbedürftnisse, Entwicklungsthemen und Kernressourcen 1. Kontakt: Wir spüren, dass wir zur Welt gehören. Wir sind in Kontakt mit unserem Körper und unseren Emotionen und fähig zu beständigen Verbindungen mit anderen. 2. Einstimmung: Wir kennen unsere Bedürftnisse und wissen, was wir brauchen. Wir erkennen die Fülle, die das Leben bietet und können sie annehmen. 3. Vertrauen: Wir haben ein inhärentes Vertrauen in uns selbst und andere. Wir fühlen uns sicher genug, um eine gesunde Interdependenz mit anderen zuzu- lassen. 4. Autonomie: Wir können “nein” sagen und Grenzen setzen. Wir sagen unsere Meinung ohne Schuldgefühle oder Angst. Wir können Wut aushalten und die Energie daraus konstruktiv für unseren authentischen Ausdruck nutzen. 5. Liebe-Sexualität: Unser Herz ist offen und wir sind in der Lage, eine liebevolle Beziehung mit einer vitalen Sexualität zu verbinden. In dem Masse, in dem die fünf Grundbedürftnisse erfüllt sind, erleben wir Regulie- rung, Verbindung und Ausdehnung. Wir fühlen uns sicher und vertrauensvoll gegen- über unserer Umwelt, verbunden mit uns selbst und anderen. In dem Masse, in dem diese Grundbedürftnisse nicht erfüllt werden, leiden Selbstregu- lierung, Identität und Selbstachtung, denn für das Baby oder Kleinkind ist es weniger lebensbedrohlich, zu fühlen “mit mir stimmt etwas nicht”, als “mit der Umgebung stimmt etwas nicht”. Die ungenügende Erfüllung der Grundbedürftnisse geschieht meist unab- sichtlich. Einerseits werden Dysregulationen und auch Traumata der Elterngeneration weitergegeben, andererseits können sich lange als richtig geltende Erziehungsstile wie das Baby allein schreien lassen, auf Dauer negativ auswirken - verglichen mit Kulturen mit sehr viel mehr Körperkontakt. Lange galt mehr Körperkontakt als absolut nötig als “Verwöhnen”. Aber die Kleinen haben noch keinerlei Möglichkeit zur Selbstregula- tion; sie sind auf Regulation von aussen und damit auf Kontakt angewiesen, sonst ent- steht mit der Zeit innere Not. So entstehen Überlebensstile, um zu versuchen, die Trennung und Dysregulation zu bewältigen. Die Überlebensstile beeinflussen unsere Erfahrungen und Handlungen meist ein Leben lang. Die Identitätsverzerrungen sorgen dafür, dass wir uns selbst und die Welt weiterhin aus der Kinderperspektive wahrnehmen, z. B.: “Ich bin schlecht, nicht liebenswert oder verdiene dies oder das (nicht)”. Die kindliche Sicht wirkt nach, da damals die Umgebung die frühen Bedürftnisse nicht ausreichend abdecken konnte. Daraus ensteht auch das, was oft “der innere Kritiker” genannt wird. Das ist aber keine eigenständige Person, sondern wir selber machen uns (meist unbewusst) runter. NARM holt diese unbewussten Muster ins Bewusstsein im Sinne der Selbstwirksamkeit (agency). NARM fragt zum Beispiel “Wie ist es, wenn ich mir diese negativen Dinge sa- ge oder mich beschäme?” Und schon besteht die Möglichkeit, etwas daran zu ändern, was zuvor unhinterfragbar schien: “Es ist einfach so und war schon immer so.” Aber es muss nicht so bleiben. In den ersten Lebensjahren wird der grösste Teil unserer Identität geformt. Aber die verpasste gesunde Entwicklung kann mithilfe von NARM nachgeholt werden, so dass nicht länger das Gefühl vorherrscht, Opfer der eigenen Geschichte oder der Umstände zu sein (Erwachsenenperspektive). Indem Identitätsverzerrungen, geringes Selbstwertgefühl, Selbstverurteilung und Scham dekonstruiert werden, wachsen gesunde Ausdrucksformen unserer Leben- digkeit und die Fähigkeiten zur Bindung und Selbstregulation. Ursprünglich sind die Überlebensstile adaptiv und repräsentieren Erfolg, nicht Pathologie. Schliesslich haben wir auch unter schwierigen Umständen überlebt. Da das Gehirn jedoch die Vergangenheit benutzt, um die Zukunft vorherzusagen, bleiben diese Überlebensmuster in unserem Nervensystem fixiert und schaffen eine adaptive, aber falsche Identität. Es ist das Fortbestehen von Überlebensstilen, die der Vergangenheit angemessen sind, das die gegenwärtige Erfahrung verzerrt und Symptome erzeugt. Da diese Überlebensmuster ihre Nützlichkeit überlebt haben, schaffen sie eine ständige Trennung von unserem authentischen Selbst und von anderen. Eine gewisse Entwicklungs-Traumatisierung ist in unserer Kultur die Regel, nicht die Ausnahme, da wir uns so stark von der Natur, auch unserer inneren, entfernt haben. Sie ist nicht nur ein individuelles, sondern auch ein kollektives Phänomen. Im NARM-Ansatz arbeiten wir gleichzeitig mit der Physiologie und der Psychologie von Menschen, die ein Entwicklungstrauma erlebt haben, insofern spreche ich von Körperpsychotherapie (body psychotherapy). Die spontane Bewegung in uns allen geht in Richtung Verbindung und Gesundheit. Kurz: Eigene Stärken pflegen anstatt alte Überlebensmuster stets zu wiederholen. [1] Buchtipp: “Entwicklungstrauma heilen” von Laurence Heller und Aline Lapierre, 2013 Originaltitel: “Healing Developmental Trauma”, 2012
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NARM: Therapie bei frühem

Bindungstrauma, Beziehungstrauma

und Entwicklungstrauma

In Kürze:

Verbindung ist unsere tiefste Sehnsucht und grösste Furcht Trauma bedeutet Verletzung. Entwicklungs- traumata sind unverarbeitete Verletzungen aus der Kindheit, sehr oft unbewusst, die bis heute belastend nachwirken. In erster Linie ist hier von psychischen, seelischen Verletzungen die Rede. Frühe traumatische Erfahrungen, wie sie die meisten von uns in kleinerem oder auch grösserem Umfang erlebt haben, beeinträchtigen unsere Fähig- keit, mit uns selbst und anderen wirklich in Kontakt zu sein. So wird unsere Lebendig- keit eingeschränkt, worauf die meisten psychologischen und viele körperliche Probleme beruhen. Wann ist NARM interessant für mich? Überlebensstile NARM-Therapie ist wertvoll, wenn eine oder mehre der fünf Kernressourcen (siehe unten) teilweise beeinträchtigt ist und der Wunsch besteht, etwas daran zu ändern. Das kann Formen annehmen wie im Fol- genden skizziert, ohne Anspruch auf Voll- ständigkeit. Das sind die fünf Überlebens- stile, die den fünf Grundbedürftnissen zugeordnet sind: 1. Kontaktverlust zu den eigenen Emotio- nen und zum eigenen Körper. Rein intellektuell (wahlweise spirituell) und oft stolz darauf. Kaum etwas fühlen und spüren, denn das macht Angst. Schwierigkeiten im Kontakt mit ande- ren. Gefühl, nicht dazuzugehören bis hin zu Zweifeln an der eigenen Existenzberechtigung. 2. Die eigenen Bedürfnisse nicht kennen/ wahrnehmen oder meinen, es nicht zu verdienen, dass sie erfüllt werden. Stolz, wenig zu brauchen, aber ge- braucht zu werden. Oder stets bedürf- tig, nichts vermag die Bedürftnisse zu stillen, wobei man sich leer fühlt (kann mit Sucht, Suchtverhalten, Abhängig- keit zusammenhängen). 3. Glauben, sich auf niemanden verlas- sen zu können ausser sich selbst. Sich klein, hilflos, benutzt, verraten fühlen. Vielleicht zur Kompensation andere klein machen, benutzen, verraten, ent- weder verführend oder brachial. 4. Sich belastet und unter Druck fühlen, nicht klar nein sagen können. Brav, Angst zu enttäuschen und stolz darauf, wie viel man ertragen kann. Oder Rebell bzw. heimliche Freude daran, zu enttäuschen (auch passiv-aggres- siv). Wut nicht zulassen oder destruk- tiv ausagieren. 5. Probleme, Herz und Sexualität zu integrieren. Manchmal übersexuell oder prüde. Selbstwertgefühl basiert auf Aussehen oder Leistung, daher oft endlose Selbstoptimierung.

Mehr: NARM steht für Neuro Affective

Relational Model™

(Neuroaffektives Beziehungsmodell)

Entwicklungstrauma heilen nach Dr.

Laurence (Larry) Heller [1]

Fünf organisierende Grundbedürftnisse, Entwicklungsthemen & Kernressourcen 1. Kontakt: Wir spüren, dass wir zur Welt gehö- ren. Wir sind in Kontakt mit unserem Körper und unseren Emotionen und fähig zu beständi- gen Verbindungen mit anderen. 2. Einstimmung: Wir kennen unsere Bedürftnisse und wissen, was wir brauchen. Wir erkennen die Fülle, die das Leben bietet und können sie annehmen. 3. Vertrauen: Wir haben ein inhärentes Vertrauen in uns selbst und andere. Wir fühlen uns sicher genug, um eine gesunde Interdependenz mit anderen zuzulassen. 4. Autonomie: Wir können “nein” sagen und Grenzen setzen. Wir sagen unsere Meinung ohne Schuldgefühle oder Angst. Wir können Wut aushalten und die Energie daraus kon- struktiv für unseren authentischen Ausdruck nutzen. 5. Liebe-Sexualität: Unser Herz ist offen und wir sind in der Lage, eine liebevolle Beziehung mit einer vitalen Sexualität zu verbinden. In dem Masse, in dem die fünf Grundbedürftnisse erfüllt sind, erleben wir Regulierung, Verbindung und Ausdehnung. Wir fühlen uns sicher und vertrau- ensvoll gegenüber unserer Umwelt, verbunden mit uns selbst und anderen. In dem Masse, in dem diese Grundbedürftnisse nicht erfüllt werden, leiden Selbstregulierung, Identi- tät und Selbstachtung, denn für das Baby oder Kleinkind ist es weniger lebensbedrohlich, zu fühlen “mit mir stimmt etwas nicht”, als “mit der Umgebung stimmt etwas nicht”. Die ungenügende Erfüllung der Grundbedürftnisse geschieht meist unabsichtlich. Einerseits werden Dysregulationen und auch Trau- mata der Elterngeneration weitergegeben, anderer- seits können sich lange als richtig geltende Erzie- hungsstile wie das Baby allein schreien lassen, auf Dauer negativ auswirken - verglichen mit Kulturen mit sehr viel mehr Körperkontakt. Lange galt mehr Körperkontakt als absolut nötig als “Verwöhnen”. Aber die Kleinen haben noch keinerlei Möglich- keit zur Selbstreguation; sie sind auf Regulation von aussen und damit auf Kontakt angewiesen, sonst entsteht mit der Zeit innere Not. So entstehen Überlebensstile, um zu versuchen, die Trennung und Dysregulation zu bewältigen. Die Überlebensstile beeinflussen unsere Erfahrungen und Handlungen meist ein Leben lang. Die Identi- tätsverzerrungen sorgen dafür, dass wir uns selbst und die Welt weiterhin aus der Kinderperspektive wahrnehmen, z. B.: “Ich bin schlecht, nicht liebens- wert oder verdiene dies oder das (nicht)”. Die kind- liche Sicht wirkt nach, da damals die Umgebung die frühen Bedürftnisse nicht ausreichend abdecken konnte. Daraus ensteht auch das, was oft “der inne- re Kritiker” genannt wird. Das ist aber keine eigen- ständige Person, sondern wir selber machen uns (meist unbewusst) runter. NARM holt diese unbe- wussten Muster ins Bewusstsein im Sinne der Selbstwirksamkeit (agency). NARM fragt zum Bei- spiel “Wie ist es, wenn ich mir diese negativen Din- ge sage oder mich beschäme?” Und schon besteht die Möglichkeit, etwas daran zu ändern, was zuvor unhinterfragbar schien: “Es ist einfach so und war schon immer so.” Aber es muss nicht so bleiben. In den ersten Lebensjahren wird der grösste Teil unserer Identität geformt. Aber die verpasste gesun- de Entwicklung kann mithilfe von NARM nachge- holt werden, so dass nicht länger das Gefühl vorherrscht, Opfer der eigenen Geschichte oder der Umstände zu sein (Erwachsenenperspektive). Indem Identitätsverzerrungen, geringes Selbst- wertgefühl, Selbstverurteilung und Scham de- konstruiert werden, wachsen gesunde Aus- drucksformen unserer Lebendigkeit und die Fähigkeiten zur Bindung und Selbstregulation. Ursprünglich sind die Überlebensstile adaptiv und repräsentieren Erfolg, nicht Pathologie. Schliess- lich haben wir auch unter schwierigen Umständen überlebt. Da das Gehirn jedoch die Vergangenheit benutzt, um die Zukunft vorherzusagen, bleiben diese Überlebensmuster in unserem Nervensystem fixiert und schaffen eine adaptive, aber falsche Iden- tität. Es ist das Fortbestehen von Überlebensstilen, die der Vergangenheit angemessen sind, das die gegenwärtige Erfahrung verzerrt und Symptome erzeugt. Da diese Überlebensmuster ihre Nützlich- keit überlebt haben, schaffen sie eine ständige Trennung von unserem authentischen Selbst und von anderen. Eine gewisse Entwicklungs-Traumatisierung ist in unserer Kultur die Regel, nicht die Ausnahme, da wir uns so stark von der Natur, auch unserer inneren, entfernt haben. Sie ist nicht nur ein individuelles, sondern auch ein kollektives Phänomen. Im NARM-Ansatz arbeiten wir gleichzeitig mit der Physiologie und der Psychologie von Menschen, die ein Entwicklungstrauma erlebt haben, insofern spreche ich von Körperpsychotherapie (body psychotherapy). Die spontane Bewegung in uns allen geht in Richtung Verbindung und Gesundheit. Kurz: Eigene Stärken pflegen anstatt alte Überlebensmuster stets zu wiederholen. [1] Buchtipp: “Entwicklungstrauma heilen” von Laurence Heller und Aline Lapierre, 2013. Originaltitel: “Healing Develop- mental Trauma”, 2012
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